Hier bitte erörtern: wieso hat wer Angst im Dunklen? Die Dunkelheit selbst kann es nicht sein die uns Angst macht – etwas Anderes muss es sein. Denn immerhin schlafen wir ja auch in der Dunkelheit ein (aber man kann unmöglich einschlafen wenn man Angst hat) also: WAS IST DAS, WOVOR WIR UNS FÜRCHTEN, WENN DAS LICHT AUSGEHT?
„Always look on the bright side of life“
Es ist Samstagnachmittag und wie immer bin ich in Eile rechtzeitig zur Anamnesegruppe zu kommen. Während meine Beine mich in Richtung roter Bettenturm Ebene 18 tragen, fangen meine Gedanken an zu rebellieren. Was wird mich an diesem Nachmittag erwarten? Mir schießen viele Gedanken durch den Kopf – vor allem wie es wohl den Patienten geht, mit denen wir vor Weihnachten gesprochen haben. Ob sich ihre Gesundheitssituation verbessert oder verschlechtert hat – ob sie überhaupt noch am Leben sind? Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr baut sich ein „Ich will nicht“ in mir auf. Doch der Aufzug geht auf und die Medicopterstimme sagt mir, dass ich raus muss, in den drückenden roten Raum.
Wie immer starten wir mit einem Blitz darüber wie es uns geht – diesmal ist es ein Film Blitz -„Lost in Translation“ ist mein erster Gedanke, mein zweiter „Das Leben des Brian“ und diesen spreche ich auch aus. Warum auch immer. Ich höre das Pfeifen des Liedes „Always look on the bright side of life“ und muss schmunzeln.
Ein wenig später beginnt unser erstes Gespräch. Ein interessantes Gespräch. Ein Gespräch über einen fremden Bewohner im Bein, der eigentlich kein Wohnrecht hat. Ein Gespräch über die Ängste und Sorgen, über Ärzte die ihre statistischen Sätze über die möglichen Heilungschancen aufsagen und einen Patienten, der weiß, dass „Statistik nur eine Messgröße und oft für den Einzelfall nicht relevant ist“. Es geht um die Ambivalenz zwischen Naturwissenschaft, Vernunft und irrationalem Glauben. Als Naturwissenschaftler ist man hin und hergerissen, oft auch einfach „wissenschaftlich verblendet“. Selten sind die Antworten auf die Fragen des Gesprächsführers pessimistisch oder ängstlich. Er sieht es nicht ein, warum es ihm schlecht gehen sollte. Er habe schon viele schwere Krankheiten durchlebt, sagt er, und es war nie eine verlorene Zeit. Es gibt immer positive Aspekte. Er hat sehr gute Chancen und volles Vertrauen, da er immer wieder gesund aus diesem Krankenhaus gegangen ist. „Krankheiten rücken auch die Relationen im Leben zurecht.“
Aber es schmerzt trotzdem etwas, es scheint schwerer zu wiegen als die Krankheit.
Ich zweifle nicht an seiner Authentizität. Es kommt mir wieder der Film „das Leben des Brian“ in den Sinn. Eine verrückte Metapher. Die Männer am Kreuz, die das Lied „Always look on the bright side of life“ singen.
Ich schweife ab – immer wieder – aber nicht mit meinen Gedanken – sondern mit meinem Blick. Ich bin irritiert, blicke in die Runde – aber noch scheint es niemand bemerkt zu haben. Gut, dann kann ich mich auch zusammenreißen, muss ich auch, denn es gibt hier nichts zu lachen.
Ob es für ihn normal und für mich und andere irritierend ist? Hätte man ihm eine Decke anbieten sollen?
Patientenblitz und Fiskussion, die Erinnerungen daran sind zerstreut, aber wir diskutieren lange. Warum haben wir reagiert, wie wir reagiert haben?
Ich weiß es nicht – Freud hätte es gewusst.
Die Zeit ist wieder unglaublich schnell vergangen, und schon sitzen wir in verändertem Setting beim nächsten Gespräch. Ein schönes Gespräch. Ein dramatisches, lustiges, liebes Gespräch. Ein Gespräch zwischen einem großen Mann und einer kleinen Frau. Jetzt wo es schon fast eine Woche zurückliegt, sehe ich die beiden so:
Sie sitzen nebeneinander, Schulter an Schulter.
Sie sehen sich an und lachen. Erst der eine, dann der andere.
Sie sprechen miteinander – ich bin mir nicht sicher, ob sie sich auch verstehen können.
Macht aber nichts, denn:
Sie sehen sich an und lachen.
Manchmal runzelt er die Stirne – ich muss schmunzeln, er versteht sie wahrscheinlich nicht.
Sie lacht – sie versteht ihn auch nicht ganz, obwohl er sich klar ausdrückt.
Sie sind wie zwei Komplizen.
Und wir anderen, wir sitzen da. Aufgefädelt, in einer Reihe. Gut, dass ich niemanden ansehen muss – es ist skurril.
Seit der Krankheit nimmt sie sich auch mehr Zeit für sich. Im Urlaub war sie nur einmal. Für drei Tage.
Es gibt keinen „Subtext“ in der Sprache.
Aber viel in der nonverbalen Kommunikation.
Ein letzter Blitz für diesen Nachmittag. Ein Musikblitz. Hier schließt sich der Kreis für mich.
Irgendwie haben sich sowohl dieses Lied als auch der Film wie ein roter Faden durch den Tag gezogen. Mir ist wieder einmal klar geworden, wie bereichernd die gemeinsame Zeit im „roten Zimmer“ ist. Jedes Mal eine kleine Erkenntnis. Jedes Mal ein wieder bewusst werden, warum man da ist.
Zum Abschluss pfeifen noch ein paar Leute zu meinem Lied.
Von Rücken und Bären hinter Schattenwänden
1. Gespräch
Ich finde es immer ganz furchtbar, wenn ich mir den Patienten aus Gründen der Wahrnehmungsschulung nicht ansehen darf. Aber leider hatte ich diesmal kein Glück – ich musste mich also mit dem Rücken zum Besucher setzen. Seine Stimme war sehr angenehm, er sprach klar, lachte viel und im Großen und Ganzen hörte sich das Gespräch nach einem netten Plausch an.
Nachdem wir uns alle zur Nachbesprechung versammelt hatten, erzählten zuerst die, die den Patienten nicht gesehen hatte, wie sie das Gespräch erlebt hatten, dann die anderen. Spannend daran war, dass er den Leuten, die ihn nicht gesehen hatten sympathischer war. Geht also etwas verloren, wenn man den Patienten nicht sieht, oder gewinnt man mehr Objektivität?
2. Gespräch
Unser zweites Gespräch war auch sehr spannend. Wir hatten Leintücher aufgehängt und das Licht so gedreht, dass man die Gesprächsführerin und die Patientin nur als Schatten auf dem Stoff beobachten konnte. Die Dame senkte den Altersdurchschnitt der Personen, mit denen wir ein Gespräch führen durften. Sie war ungefähr 35. Sie sprach sehr ruhig, und wirkte relativ gefasst, angesichts ihrer Krebserkrankung. Allerdings war sie nicht alleine gekommen sondern hatte ihre Mutter dabei, die ihr im Krankenhaus zur Seite stand. Auch sie durfte die Gesprächsführerin kurz hinter die Schattenwand holen.
Was dann passierte, war das Hauptthema der Nachbesprechung. Die Mutter, die sehr stark und dominant wirkte und ihrer Tochter eigentlich mit Rat und Tat zur Seite stehen wollte, brach auf die Frage “Wie geht es ihnen mit der Krankheit ihrer Tochter?” in Tränen aus, während ihr die Erkrankte die Hand hielt. Verkehrte Welt? Ein Ausdruck der Hilflosigkeit gegenüber einer Krankheit – auch wenn sie jemanden anderen betrifft? Ein Zeichen von Selbstmitleid? Eine ungesunde Beziehung zwischen Mutter und Tochter? Eine Bärenmutter, die trotz mächtigem Auftreten nichts ausrichten kann? Viele Fragen, viele Antworten…
Nachgespräch vom 10.1.2012
“Ich ess’ was ich will und muss hald ein bisschen leiden.” – dieser Satz war es, der eines unserer zentralsten Themen im Nachgespräch darstellte. Obwohl die Patientin (mit philippinischen Wurzeln) eine Histamin-Allergie hatte, wollte sie nicht auf die Sachen verzichten, die sie gerne isst oder früher bedenkenlos zu sich nehmen konnte. Die Mediziner unter uns stellten natürlich sofort fest, dass dies aus medizinischer Sicht bedenklich ist, während viele andere von uns diese Einstellung bewunderten. Außerdem sind wir Nicht-Mediziner nun wieder etwas klüger geworden, weil wir gelernt haben, in welchen Lebensmitteln Histamin vermehrt enthalten ist – auf jeden Fall gut zu wissen ;)
Wie bereits in unseren letzten Nachgesprächen, stellten wir auch dieses Mal wieder Vermutungen an und spekulierten über alle möglichen Dinge, die uns zu unserer Patientin einfielen. Nicht zuletzt weil auch im Anamnesegespräch selbst einiges über die Kultur der Patientin herauskam, war das natürlich ebenfalls ein wichtiges Thema im Gespräch danach. Warum ist die Patientin so glücklich? Wie hängt ihre Herkunft mit dem Umgang mit der Krankheit zusammen? Aber nicht nur solche Fragen beschäftigten uns, sondern auch die Meinung der Patientin über Österreich und unsere Kultur. Hier wurde ein richtiger Culture-Clash ersichtlich, aber letztendlich kamen wir zu dem Ergebnis, dass Europa und Asien eben völlig anders sind, weil ganz andere Lebensumstände vorherrschen. Individualität vs. Gesellschaft, kontinentales vs. tropisches Klima etc.
Was eigentlich die meisten von uns während und nach dem Gespräch bemerkten, war, dass die Patientin sehr viel Positives ausstrahlte und ein wirklich lebensfroher Mensch war. Ich persönlich war sogar ziemlich von ihrer Einstellung und ihrem Auftreten begeistert und fühlte mich nach dem Gespräch (wie viele andere auch) sehr gut. Das brachte uns gleich zum nächsten Thema im Nachgespräch, nämlich: “Glücklich sein und es verbreiten können” – was wir natürlich wieder ein Stück weit mit der anderen Kultur in Verbindung brachten. Letztendlich kamen wir zu dem Schluss, dass wir einfach langweiliger aber nicht unzufrieden mit unserer Kultur sind, also passt das auch ;). Während dieses Themas unseres Nachgesprächs sind wir dann auch noch auf eine Eigenart der Österreicher/Österreicherinnen gestoßen, nämlich, dass wir häufig an der Echtheit (War diese diese Patientin wirklich so glücklich?) zweifeln und immer auch etwas Schlechtes heraus hören- typisch Österreicher hald.
Die allerletzte Frage, die sich in unserem Nachgespräch ergeben hat (und die wir Gott sei Dank klären konnten, denn interessant ist das ja schon), war: “Warum gibt es so viele philippinische Krankenschwestern?” Die Antwort lautet: wegen eines Gastarbeiterprogrammes in den 70er Jahren – wieder etwas gelernt ;)
Naja, wir sind eben (meistens) eine produktive und kreative Runde :D
Liesi
Heute kein ZipZap
Spannend, diese kleinen Spielchen im Vorab des Gespräches.
Heute mal was Neues: Eine Flasche wird rumgeworfen im Kreis. Der, der sie wirft, spricht einen Buchstaben laut aus. Wer sie fängt, spricht ein Subjekt zu diesem Buchstaben aus, dann wirft er die Flasche mit einem Buchstaben wieder von sich zum Nächsten. Das Schwierige an der ganzen Sache? Kein Ähm, Öhhh oder Haha, kein Gerede ist erlaubt. Konzentrieren und Assoziieren.
Nach ersten Unsicherheiten kommt Ernsthaftigkeit ins Spiel. Meine Assoziationen scheinen ein gutes Beispiel dafür zu sein:
Ääääh Frisör (das erste Mal ging einfach nicht ohne Ääh), gefolgt von Ottifant, schließlich Freiheit, letzendlich: Alleinsein.
Schräg das Ganze. Aber guuuut. Ich hoffe, wir wiederholen das.
Ins Krankenhaus pendeln
“…und meine Freundin hat ausgependelt, dass ich an meinen Geburtstag ins Krankenhaus soll. Weil ein Geburtstag ist ja wie eine Wiedergeburt”
Ich habe in meiner Zeit in der Anamnesegruppe schon viele spannende Geschichten gehört und interessante Persönlichkeiten erlebt. Aber Herr X. stach da ganz besonders hervor.
Wie üblich hatten wir zwei Stühle ganz vorne in den Raum gestellt, wo auch heute der Gesprächführer und sein Patient sitzen sollten. Wir hingegen haben uns alle in die letzte Reihe des Hörsaales gequetscht, um dem Patienten noch mehr die Möglichkeit zu geben, sich auf das Gespräch einzulassen und das Auditorium so gut es geht zu vergessen … und ich kann euch sagen, alle Mühen waren vergebens.
Ein älterer Herr spazierte herein, lehnte vehement ab, sich auf seinen Stuhl zu setzen, und stürmte direkt auf uns zu, die wir da alle in der letzten Reihe saßen. Mit den Worten “Ich bin ja ein Wanderprediger” begann seine Geschichte von Gipfelbesteigungen, magischen Zahlen und keltischen Ritualen. Alle Versuche des Gesprächsführers Fragen zu stellen und Herrn W. zu sich zu holen waren um sonst. Aber so, wie ich diesen Herrn einschätze, hätte man auch schon wirklich Einiges tun müssen, um diesen Mann aus dem Konzept zu bringen.
Das Interessante an diesem Vortrag war, dass er trotz all den Worten nicht viel von sich Preis gegeben hat. Wir wussten ein bisschen über seine Krankheit und ein noch kleineres Bisschen über sein Leben, nachdem er gegangen war. Aber trotzdem hatte der gute Herr X. viel Eindruck hinterlassen.
Mich würde es interessieren, wie sich der Mann in einem echten Einzelgespräch verhalten würde und ob man es da leichter hätte hinter seine Wanderprediger-Maske zu schauen.
Der Weiße Kittel
Der weiße Kittel! Ein Zeichen von Wissen, Status und Verantwortung. Den kann nicht jeder tragen…
oder doch?
In der letzten Einheit vor Weihnachten haben wir versucht, was passiert, wenn plötzlich die Patientin einen weißen Kittel trägt und in die entsprechende Rolle schlüpft. Und ich muss sagen, ich war erstaunt. Als Gesprächsführerin wirkte sie sehr bestimmt und vermittelte den Eindruck, als wüsste sie genau, was sie tut. Ich habe sie wirklich bewundert dafür, mit welcher Souveränität sie dieses Spiel meisterte. Ich hätte mich wohl um Kopf und Kragen geredet.
Was wir damit bezwecken wollten? Mehr Informationen natürlich! Nach diesem Gespräch wurde heiß diskutiert, welche Schlüsse man aus ihrem Verhalten als “Ärztin” ziehen könnte. Da kamen viele Ideen und vielleicht ist an manchen was dran. Ich persönlich hatte nicht den Eindruck, dass wir viel mehr Informationen durch das Rollenspiel erhalten hatten. Aber für mich ist es im Allgemeinen fraglich, ob man das Verhalten in diesem Rollentausch wirklich interpretieren kann.
Alyyna
Abgeblockt
Hat der Patient meine Frage abgeblockt oder hat er nicht?
Die Meinungen in der Gruppe gingen auseinander.
Hätte ich direkt nachfragen sollen oder hätte ich nicht?
Auch hier Uneinigkeit.
Variante 1: direkt nachfragen
Welche Gründe gibt es dafür, direkt nachzufragen?
Informationsgewinn; den Patienten animieren, seine Grenzen zu erkennen und eventuell ein Stück weit zu überschreiten; dem Patienten die Möglichkeit bieten, bisher Ungesagtes sagen zu können; ein Tabuthema zu etwas Gewöhnlichem machen; etc.
Variante 2: nicht direkt nachfragen
Welche Gründe gibt es dafür, nicht direkt nachzufragen?
Respektieren der gefühlten Grenzen; 15 Zuseher; der Patient stellt sich der Anamnesegruppe zur Verfügung und sollte diese Entscheidung nicht bereuen; Angst vor Zurückweisung; in der (psychosozialen) Praxis in Hinblick auf weitere Gespräche sanfter Beziehungsaufbau; etc.
Ob direkt nachfragen oder nicht, es gibt für beide Varianten noch unzählige andere Gründe.
Meine Entscheidung: Variante 2.
Für mich war’s so richtig.
„Ich liege 2:0 hinten, aber ich kann das Spiel noch gewinnen.“
Dieser Ausspruch kommt von einem Profitrainer, mit voller Leidenschaft für Sport und seinen Beruf. Das habe er schon oft in seinem Leben erlebt, dass er nach einem Rückstand mit 2:0 am Ende mit drei Sätzen gewonnen habe. Das könne er mitnehmen zum positiv Denken in seiner Situation.
Hier schlägt kein Mittel an, weil es sehr altersuntypisch ist, diese Krankheit im Erwachsenenalter vorzufinden. Das habe es noch nie gegeben, dass jemand nicht auf das Medikament reagiere, aber jeder sei individuell. Jetzt wird überall auf der Welt nach einem passenden Mittel für den Patienten gesucht. Aber wie es weitergeht weiß niemand! Er habe immer Glück gehabt im Leben und nicht daran gedacht zu erkranken! Schwer krank – aber ohne Schmerzen zu spüren!
In der Vergangenheit das positive Zureden des Arztes bei einer Operation in jungen Jahren, dass er nur drei Wochen statt sechs Wochen zur Heilung brauche.
Aber wie ist es jetzt?
Kann dieser Optimismus von früher in dieser Situation helfen?
Steckt in jedem von uns ein „ein Ausspruch unseres inneren Psychologen“, der uns das positive Denken vermitteln oder verhindern kann?
Wie wird man zu einem Psychologe?
Wer passt zu wem, welcher Patient und Arzt?
Als Sporttrainer sehe er sich als „Psychologe“ der seine Spieler motiviere, ihnen übermittle nicht aufzugeben und positiv zu denken. In dieser Rolle fühle er sich als der richtige Mann, aber dazu sei nicht jeder in der Lage, Menschen diese Motivation zu übermitteln. Entweder man sei der Typ dazu oder es sei schwer es zu erlernen!
Gerade in der Position des Arztes in der Patienteninteraktion sei die Überheblichkeit des Arztes sehr störend, da fände er es wichtig auch mal auf gleicher Ebene zu stehen. Menschlicher Kontakt sei wichtig und gerade bei schweren Krankheiten auf der Station sei der Einfluss fatal! Man merke, ob Schwestern ihren Beruf mit Liebe machen oder genervt seien. Noch ein Ohr offen zu haben, für eine Frage des Patienten, fände er wichtig. Dies sind die prägnanten Aussprüche des Mannes mit den kristallklaren blauen Augen und dem strahlenden Lächeln. Er macht den enormen psychischen Einfluss auf den Patienten deutlich. Hier sei die Ehrlichkeit zu sich selbst entscheidend, um zu erkennen welche Rolle zu einem passe!
Das bekomme man dann auch rückgemeldet als Gesprächsführer. Aber wie geht es uns in der Rolle als Gesprächsführer? Wenn ein Gespräch in ein mühsames Stocken kommt und die Fragen nicht aufgenommen werden von dem Patienten. Der Gesprächsführer schweißgebadet nach dem Gespräch an seiner Kompetenzen zweifelt. Ist es da nicht zu einfach zu sagen, er/sie sei nicht der richtige Typ dafür? Und das sei nur schwer zu lernen? Ja, es ist schwer zu lernen auf jeden Menschen passend eingehen zu wollen, das sehen wir bei unseren Gesprächen. Nicht jeder Gesprächsführer passt mit seiner Art zu jedem Patienten? Sollen wir deshalb unsere Art verändern? Sollen wir als Psychologen/Ärzten so flexibel werden, dass wir jedem Menschen „das Herz öffnen“?
Bei diesem fließenden Gesprächsverlauf sah man aber auch, dass beide der Gesprächsführer und der Patient an einem Strick ziehen müssen. Hier passt das Bild von einer Mannschaft im Sport dazu, dass man ja zusammen ein Spiel gewinnen möchte. Das Öffnen des Patienten gegenüber dem Gesprächsführer muss auch gewollt sein und geht soweit, wie es für die Person angenehm ist.
Solche Unterstützung, die der Sport geben kann, als Mannschaft überall Anteilnahme zu bekommen von Spielern verschiedenster Art, das erfährt der hier beschriebene Trainer.
Nur positiv Denken, helfe leider aber auch nicht alleine.
Ob man das Spiel gewinnt oder verliert, weiß man nicht, aber man möchte jedes Spiel versuchen zu gewinnen.
Eine Teilnehmerin
